Gesellschaft für Informations-Management und Dokumentation mbH

Datenerhebung aus sensiblen Materialien

Projektbeispiele

Datenerhebung aus sensiblen Materialien

Datenerhebung aus 422 CDs und 956 zum Teil großformatigen Notendrucken in verschiedenen Sprachen, darunter auch kyrillisch und hebräisch. Die gewonnenen Daten wurden nach RDA-Richtlinien online in den Katalog des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes eingegeben und mit vorhandenen Datensätzen verlinkt.

Projektlaufzeit: 13 Monate

Autopsie – so lautet der Begriff aus der Dokumentation, wenn Daten wie bei diesem Projekt aus Originalmaterial erhoben werden. Nach dem Pflichtenheft waren die relevanten Informationen, also beispielsweise Personen und Körperschaften (Chöre, Orchester), eindeutiger Werktitel, Medientyp, Erscheinungsjahr oder Sprache, direkt in den Katalog des Südwestdeutschen Bibliothekverbunds einzugeben und mussten mit den dort vorhandenen Datensätzen verlinkt werden. Dies geschah nach den neuen RDA-Richtlinien (Resource Description and Access). Der Transport der wertvollen Werke vom Auftraggeber zur GIMD GmbH und wieder zurück wurde gemeinsam mit einer Spedition mit Erfahrung im Bibliotheksbereich organisiert. Während des Bearbeitungszeitraums wurden alle Werke in einem separaten Raum bei konstanter Temperatur gelagert, um keine Beschädigungen zu riskieren.

Wie so oft bei unseren Projekten ging es auch hier um weit mehr als nur Datenerfassung, sondern auch um die Herstellung von Beziehungen (z.B. Komponist/Interpret), um das Kenntlichmachen von Hierarchien, um Vergabe eindeutiger Werktitel, vor allem aber auch um die korrekte Datierung. Denn anders als bei Büchern fehlen Datierungen häufig bei Musikalien, was in Fachkreisen immer wieder ein Problem ist. Hinweise geben z.B. die sog. Druckplattennummer, das äußere Druckbild eines Werkes mit der verwendeten Type, Exlibris, Preis- oder Adressangaben des Verlags und sogar Wasserzeichen im Papier. Eine GIMD-interne Anleitung zur Vorgehensweise bei Datierungen bot den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ebenso eine Orientierungshilfe wie auch das sog. Musikverlagswiki, das von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HWTK) Leipzig entwickelt wurde.

Eine weitere Besonderheit bei diesem Auftrag waren etliche fremdsprachliche Unterlagen, darunter einige in hebräischer und kyrillischer Schrift. Bei solchen Dokumenten müssen in der Verbunddatenbank sowohl die Originalschrift als auch die Transliteration hinterlegt werden. Eine Bildschirmtastatur in der jeweiligen Schrift unterstützte die Umschreibung in lateinische Schrift. Die gute Zusammenarbeit von Sprach- und Musikwissenschaftlern sowie Historikern und die Unterstützung durch ARTIS ermöglichte eine umfassende Bearbeitung.

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